Der Falang und die Thaifrau (Einleitung und ein leicht wissenschaftlicher Erklärungsversuch)

Wie kommt es eigentlich dass offensichtlich der Falang (=Thaiwort für westlicher Ausländer) und manche thailändische Frau sich so “magnetisch anziehen”? Diese Frage hat sich mir schon eine ganze Weile gestellt und auch fasziniert. Wie kommt es dass die Männer der westlichen Welt schaarenweise nach Thailand (und andere Länder) kommen und es ein überwältigendes Angebot an “interessierten” asiatischen Frauen gibt, die der “Nachfrage” nachkommen?

Ist es die exotische Schönheit einer asiatischen Frau, die die Männer anzieht wie das Licht die Motten? Die Geschmäcker sind zwar verschieden, sehr oft scheint es aber so zu sein, dass man das haben möchte was man gerade nicht hat (… getreu dem englischen Sprichwort: “the grass is greener on the other side”) – also ist die Frau einer anderen Rasse (Asiatin in diesem Fall) mit ihrer gebräunten Haut und diesem völlig anderen kulturellen Hintergrund, der fremden Sprache, etc. attraktiver als eine Frau aus dem eigenen Land? 1)

Ist es umgekehrt der westliche Mann, zum Beispiel der Deutsche, der in ein vergleichsweise armes Land wie Thailand kommt, der der thailändischen Frau als Halb-Gott erscheinen muss (und wohl auch tut)? Der Falang, der sich es leisten kann in ein Flugzeug zu steigen, in teuren Hotels zu wohnen, in (für thailändische Verhältnisse) teuren Restaurants zu essen und in so manchen Diskos und Bars Unsummen von Geld auf den Tresen legt. Wie muss es einem Einheimischen vorkommen, wenn da eine “Langnase” ins eigene Land kommt, die am Tag soviel Geld ausgibt wie ein Landsmann mittleren Einkommens im Monat verdient? (Anmerkung: ein Arbeiter in der Fabrik sei mal mit ca. 4000-8000 Baht Monatsverdienst als durchschnittlich Verdienender angenommen – das sind ca. 80-160 Euro) Sind das nicht paradiesische Aussichten, so einen Partner zu haben? Alle Geldsorgen scheinen ein für alle Male der Vergangenheit anzugehören. In Thailand übernehmen die Kinder ja generell nicht nur die (finanzielle) Verantwortung für sich selbst sondern auch noch zusätzlich für die Eltern. Denn für den Fall, dass mann/frau nicht mehr arbeiten kann, sei es aus Krankheits- oder Altersgründen, ist keine soziale Absicherung wie in Ländern wie Deutschland gegeben. Die “Rentenversicherung” sind hier die Kinder. Für einen Menschen, der in einer völlig anderen Kultur lebt und grossgeworden ist (also den Thaimann oder die Thaifrau) ist es nicht offensichtlich, dass es in den meisten Fällen eben doch nicht so paradiesisch daheim in Deutschland aussieht. Der durchschnittlich Verdienende rackert doch das ganze Jahr, um sich ein Bisschen auf die hohe Kante zu legen, und sich dann für die zwei oder drei Wochen den tollen Urlaub (zum Beispiel in Thailand) zu gönnen, den er sich die letzten 12 Monate vom Mund abgespart hat.

Also stellt sich die Frage was nun tatsächlich die Motivation der jeweiligen Beteiligten ist. Wie kommt es also dass da Menschen, die aus so unterschiedlichen Verhältnissen stammen sich hier begegnen? Was verbindet sie, was haben sie gemeinsam? Nun, zuallererst sind wir einfach Menschen; Menschen aus Fleisch und Blut mit Bedürfnissen. Und gerade die Bedürfnisse sind für uns alle gleich. Hier ergibt sich ein Ansatzpunkt der Beachtung verdient.

Vor mittlerweile einigen Jahren lebte ein Psychologe namens Abraham Maslow. Aus seinen Arbeiten ist ein Modell hervorgegangen das sich die “Maslowsche Bedürfnispyramide” nennt. Im Folgenden ist dieses Modell schematisch dargestellt. 2)

Die unteren drei oder auch vier Ebenen der Pyramide stellen die Grundbedürfnisse oder auch Defizitbedürfnisse dar. Diese Bedürfnisse müssen befriedigt sein, damit man zufrieden ist. Ist ein Bedürfnis nicht befriedigt, so fängt man an zu versuchen diesen Mangel abzustellen und nach Lösungen zu suchen.

Hierbei ist nun interessant, dass gerade die Bedürfnisse, die in der einen Kultur im Allgemeinen stark befriedigt sind, in der anderen kaum/schwach befriedigt sind. Beispielsweise sind die Bedürfnisse von Sexualität, Familie, Freunde und Kommunikation in Thailand stärker befriedigt als in Deutschland, wohingegen Bedürfnisse der Sicherheit, also Recht und Ordnung, Schutz vor Gefahren, fester Arbeitsplatz, Absicherung ja gerade in Deutschland (noch) stark befriedigt sind.

Sogesehen ergänzen sich der “Osten” und der “Westen” und bilden ein Ganzes und das ist vielleicht das wirklich Attraktive am jeweils anderen.

Wie das alles in der Praxis aussehen kann ist Thema von weiteren Kapiteln, z.B. Visa, Heiraten, Geschäftsgründung in Thailand, Rentner in Thailand (zum Teil in anderen Titeln unserer Thailand Buch Triologie).


1) Wie wohl die meisten westlichen Menschen braune Haut attraktiv finden (man denke an Strandurlaub, Solarien und Selbstbräunungslotion) ist es genauso umgekehrt: Thais vermeiden die Sonne und helfen der Bleichung noch mit “Whitening Lotion” nach, um eben diese weisse Hautfarbe zu bekommen, die der Westler loswerden will. Interessant, oder?

2) Ein sehr verständlicher und interessanterText dazu von PHD C. George Boeree von der Shippensburg University, USA findet sich hier: http://www.ship.edu/~cgboeree/perscontents.html oder in deutscher Übersetzung als PDF Datei hier: http://www.social-psychology.de/do/PT_maslow.pdf

Kommentare

thailand

Auf beiden seiten treffen sich die falschen Menschen die Thai-Frau sucht Geld der Ausländer sucht günstige willige Frau.
Und dies sind dann die Ergebnisse die in Funk und Fernsehen gezeigt werden.
Ich komme seit 13 Jahren nach Thailand und bin mit einer Thaifrau verheiratet die perfekt deutsch redet und schreib ,eine Firma in Deutschland hat und erfolgreich ist.Es gibt eben auch die normale Thaifrau,mit verstand und Intelligenz.

Ja aber

.....das ist leider die ganz kleine Minderheit.

Es muss nicht unbedingt die

Es muss nicht unbedingt die Minderheit sein. Meine Frau, bzw 2 ihrer Schwestern sind auch in Deutshcland, und sind nicht wegen dem Geld hier, sondern sie haben sich damals eine Zukunft zum Leben gesucht. Sie spricht zwar nicht perfekt deutsch, aber sie hat die mittlere Fachhochschulreife. Und selbst meine Tochter, die beide Sprachen kann, ist auf dem Gymnasium. Wir sind seit 20 Jahren glücklich verheiratet, und sie kam damals bestimmt nicht wegen dem Geld mit mir mit.